Stark sein ohne zu kämpfen

Das Thema des Projekts kannten die Kinder bereits vor der Projektwoche und so stellten wir uns zunächst die Frage: Was bedeutet stark sein überhaupt? „Große Muskeln haben“ und „schwere Sachen tragen können“ waren häufige Antworten auf diese Frage und so staunten die Kinder nicht schlecht, als sie Mahatma Gandhi das erste Mal im Bilderbuch sahen: ein kleiner und schmächtiger Mann mit Brille, der ganz und gar nicht stark aussieht.

Doch die Geschichte Gandhis, erzählt mit dem Bilderbuch „Little People – Big Dreams“ überzeugte die zweifelnden Erst- und Zweitklässler schnell. Gandhi kämpfte in zwei verschiedenen Ländern (Südafrika und Indien) gegen gemeine Ungerechtigkeiten. Wobei kämpfen gar nicht das richtige Wort ist, denn er hat niemals jemandem wehgetan, sondern sich zum Beispiel mit vielen anderen Menschen auf Straßen gesetzt, um sie zu blockieren und so zu protestieren. Für seine Proteste wurde Gandhi weltweit bekannt und musste sogar ins Gefängnis, obwohl er niemandem etwas getan hatte. Aber auch dort protestierte er weiter: Er hörte auf zu essen und wurde dann wieder freigelassen, weil die britischen Herrscher nicht riskieren durften, dass er im Gefängnis stirbt. Das hätte auf der ganzen Welt eine große Empörung gegeben!

Am zweiten Tag machten wir uns Gedanken, wie ein Hörspiel aufgebaut ist: Es besteht aus einem Erzähler, sprechenden Figuren und natürlich auch aus passenden Geräuschen. In kleinen Gruppen überlegten sich die Kinder zunächst, welche Geräusche gut zu ihrem Abschnitt passen könnten und übten diese ein. Im Klassenzimmer und auf dem Flur hörte man nun ein Geräuschwirrwarr aus Wind und Regen, Eisenbahngeräuschen und Hupen, Teegeschirr und Wellen, klimpernden Schlüsseln und knallenden Gefängnistüren. Anschließend war noch zu besprechen, welche Figuren in der Szene auftreten sollten und was diese wohl sagen könnten. Das war sicherlich der schwierigste Teil der Aufgabe. Doch mit Teamwork und Geduld entstanden kleine Dialoge, die eingeübt wurden. Erste Probeaufnahmen wurden aufgenommen und erschrocken festgestellt, wie komisch die eigene Stimme doch klingt, wenn man sie vorgespielt bekommt.

Tag 3 und das Hörspiel sollte endlich in den Kasten! Nach weiterem Einüben bis der Text perfekt sitzt, keine Störgeräusche mehr auftauchen, alle Stimmen laut und deutlich hörbar sind und keiner mehr seinen Einsatz verpasst, durften die Gruppen endlich ins Aufnahmestudio.

Entstanden sind fünf etwa einminütige Hörspielsequenzen, die Gandhis Lebensgeschichte erzählen – eine starke Sache!